SPD Ortsverein Hersbruck

29. April 2020 - Quelle SPD Deutschland

Foto: Kinderhände und ein Regenbogen sind an einer Kita zu sehen

Stufenweiser Wiedereinstieg in die Kindertagesbetreuung

Wie geht es weiter mit den Kitas und der Kindertagespflege? Das fragen sich viele Familien. Nun haben die Familienminister*innen von Bund und Ländern einen „behutsamen“ Wiedereinstieg in vier Stufen vereinbart – immer unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens direkt vor Ort. „Das ist ein wichtiges und gutes Signal für alle Familien in ganz Deutschland“, sagte Familienministerin Franziska Giffey.

„Wir haben ihre besondere Situation im Blick und einen gemeinsamen Rahmen für ein bundesweites Vorgehen vereinbart, wie es für die kleineren Kinder in den Kitas und in der Kindertagespflege perspektivisch weitergehen kann“, betonte die Bundesfamilienministerin am Dienstagabend nach einem Treffen mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern. Klar sei, „dass nur eine schrittweise Öffnung möglich ist - immer unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens direkt vor Ort in den jeweiligen Ländern.“

Die Empfehlung sieht vor, „in den kommenden Wochen und Monaten aus bildungs- und entwicklungspsychologischen Gründen“ einen Wiedereinstieg zu ermöglichen - ein konkretes Zieldatum für die Wiederaufnahme des Kita-Betriebs wurde aber nicht genannt.

Kita-Wiedereinstieg in vier Phasen

Die vier Phasen umfassen demnach die aktuelle Notbetreuung, eine erweitere Notbetreuung, einen eingeschränkten Regelbetrieb und die Rückkehr zum Normalbetrieb. „In einem ersten Schritt wird die Betreuung für Kinder geöffnet, die besondere Hilfestellung brauchen“, sagte Giffey. Aber auch für alle anderen müsse es eine Perspektive geben. „Jedes Kind sollte sobald wie möglich wieder seine Kita besuchen können, wenn auch unter den nötigen Einschränkungen.“

Öffnung von Spielplätzen prüfen

Vorgeschlagen wird zudem, die Öffnung von Spielplätzen zu überprüfen und die Erlaubnis „familiärer Betreuungsformen“ in Betracht zu ziehen, um Kindern soziale Kontakte zu ermöglichen und ihre Eltern zu entlasten.

Oberstes Ziel sei unverändert, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und Infektionsketten zu unterbrechen, um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. „Dennoch müssen die Belange der Kinder, gerade der Kleinkinder, und die Bedarfe der Eltern stärker berücksichtigt werden.“ Die Ministerinnen und Minister seien sich einig, „dass die gegenwärtigen Beschränkungen einen schweren Einschnitt für die Kinder darstellen.“

Weitere Schritte abhängig von Infektionsgeschehen

Konkret raten die Fachministerinnen und -minister dazu, nach jedem Erweiterungsschritt zunächst mindestens zwei Wochen lang das Infektionsgeschehen zu beobachten, bevor ein weiterer Schritt gegangen wird. Die Öffnung sollte von „breit angelegten Studien“ begleitet werden, die nicht nur medizinische, sondern auch soziale Fragen in den Blick nehmen. Giffeys Ministerium will das Robert-Koch-Institut und das Deutsche Jugendinstitut beauftragen.

Schutz von Kindern und Erzieher*innen oberste Priorität

Besondere Beachtung gilt demnach Kindern, deren Betreuung aus Kindeswohl-Gründen erforderlich ist, die einen besonderen Förderbedarf haben und Vorschulkinder. Weil die sonst empfohlenen Abstandsregeln in der Arbeit mit kleinen Kindern nicht umsetzbar seien, müsse dies „durch Hygienepläne sowie Reinigungs- und Desinfektionspläne“ so gut wie möglich ausgeglichen werden.

Giffey begrüßte den Beschluss als „wichtiges und gutes Signal“ für die Familien. „Die Familien erwarten nun zeitnah konkretere Aussagen darüber, wann die nächsten Schritte erfolgen können.“

Der Beschluss soll in die Beratungen von Bund und Ländern an diesem Donnerstag einfließen. Weitreichende Entscheidungen werden bei dem Gespräch aber nicht erwartet, sondern erst in einer weiteren Runde am 6. Mai. Letztlich liegt die Entscheidung bei den einzelnen Bundesländern und Kommunen.