Der Ortsverein der Hersbrucker SPD informierte sich bei einem Besuch vor Ort in der inklusiven Kita der Lebenshilfe Nürnberger Land in der Fichtachstraße in Hersbruck. Claudia Schmiedel, die Leiterin der Einrichtung, erklärte Achim Stötzner und einigen Stadtratskandidaten und SPD-Mitgliedern, wie die Arbeit mit den Kindergartenkindern aufgebaut ist. Die drei Gruppen des Hauses sind kleiner als sonst übliche Kindergarten-Gruppen. Dieser Unterschied entsteht durch die wesentlich intensivere Betreuung der Kinder mit Förderbedarf.
In der Regel werden bevorzugt Kinder aus Hersbruck aufgenommen, wobei immer wieder Anfragen von Familien aus dem Hersbrucker Umland kommen. Diese Plätze sind sehr gefragt, da es eigentlich zu wenige im Landkreis gibt.
Die drei Gruppen arbeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aber mit einem Ziel: Allen Kindern die ihnen jeweils angemessenen Möglichkeiten zu eröffnen. Eine Konzeption, die in Abstimmung mit der zuständigen Fachaufsicht des Landkreises immer wieder aktualisiert wird, soll einen Überblick über die Arbeit mit den Kindern geben und eine gleichmäßige Qualität als Leitfaden garantieren. Diese Konzeption gilt für die Mitarbeitenden der Einrichtung selbst, als auch für die Eltern, um bei der Auswahl der Kita einen Einblick gewinnen zu können.
In der Kindertagesstätte Hersbruck werden rund 50 Kinder in drei inklusiven Gruppen betreut. Jeweils 15-17 Kinder ab 2,5 bis zum Schuleintritt besuchen eine Gruppe - vier bis fünf Kinder mit Beeinträchtigungen oder Entwicklungsverzögerungen werden zusammen mit ca. 10 Regelkindern aufgenommen. Der Betreuungsschlüssel für Kinder mit Behinderung ist höher und deshalb sind die Gruppen etwas kleiner (rund 25 Kinder sind in einer Kita ansonsten üblich).
Alle spielen, lernen und essen zusammen und helfen sich dabei fast ganz intuitiv gegenseitig, beschrieb Schmiedel. Die ErzieherInnen leben Inklusion den Kleinen im Alltag vor, dadurch gäbe es kaum Probleme, die Kinder mit Behinderung in das tägliche Leben einzubeziehen. Genau darum geht es ja bei Inklusion - das selbstverständliche Miteinander schon von Kindesbeinen an zu verinnerlichen.
Für Kinder mit Förderbedarf bietet das Haus fachkompetente Hilfen für die kindliche Gesamtentwicklung, z.B. in den Bereichen Sprache, Wahrnehmung, Motorik sowie in der sozialen Kompetenz. Durch die kleineren Gruppen und eine verstärkte Personalbesetzung wird gewährleistet, dass man jedem Kind gerecht werden könne.
Ganz wichtig ist, betonte die langjährige Mitarbeiterin und Stellvertreterin Michaela Felme, dass das spezielle heilpädagogische Förderprogramm direkt vor Ort im Haus umgesetzt werden kann, um so zu gewährleisten, dass die Kleinen entsprechend ihres Bedarfes unterstützt werden und es nicht davon abhängt, ob die Eltern die Zeit bzw. ein Auto zur Verfügung haben, um diese Fördermöglichkeiten überhaupt wahrzunehmen. Außerdem besteht so die Möglichkeit der engmaschigen Zusammenarbeit und des Austausches mit den Kollegen der Fachdienste.
Auf Nachfrage, wie hoch der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund sei, wurde beschrieben, wie einfach und schnell es meist vonstattengehe, dass diese Kinder eine neue Sprache lernen. Zwischen 10 und 20 Prozent kommen aus allen möglichen Herkunftsländern. Wir sind bunt, erklärte Schmiedel.
Achim Stötzner betonte, dass der Stadt und ihm eine gute Kooperation sehr wichtig wäre und erhielt die Antwort, dass man zwar nicht das neueste Haus sei, aber trotzdem vieles einfach und unproblematisch mit den zuständigen Mitarbeitern der Stadt geklärt werde. Dies gilt auch für die Zusammenarbeit mit den Eltern, zu denen man spontanen, offenen Kontakt hält.
Der wichtigste Wunsch wäre etwas mehr Platz – zum einen für die Frühfördertermine, als auch Stauraum für Rollstühle und andere Hilfsmittel. Aufstocken wäre ein Wunschtraum, um Platz - beispielsweise für Ruheräume und Intensivräume - zu gewinnen sowie die Reduzierung von Verwaltungsaufgaben.
Der Gesamteindruck der inklusiven Einrichtung war absolut positiv, Spontanität und Pragmatismus, ein gutes Grundkonzept, geringe Fluktuation und Personal, das mit viel Freude bei der Arbeit ist, wurden der SPD-Gruppe erfreulicherweise vermittelt. Abschließend blieb ein grundsätzlicher Dank von Stötzner für die wertvolle Arbeit, die die Einrichtung der Lebenshilfe für die Kinder und Familien unserer Stadt leistet.